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Magdalena Parys

Der Prinz

aus dem Polnischen von Lothar Quinkenstein und Hans Gregor Njemz

Klappenbroschur, 424 Seiten, Format 13,5 x 21 cm
€ 20,00 inkl. MwSt.
Erschienen am 16. März 2026
ISBN 978-3-903634-04-6
ISBN 978-3-903634-05-3 E-Book

Leseprobe

Beschreibung

Im Berliner Dom wird die Leiche eines gekreuzigten Priesters gefunden. Unter unklaren Umständen bricht ein Brand in einer Migrantensiedlung aus, und in einzelnen Bundesländern wachsen separatistische Stimmungen, während toxischer Nationalismus wiederauflebt. Wem kommen diese scheinbar unzusammenhängenden Vorgänge zugute? Einem skrupellosen Prinzen, der, begeistert von Gabriele D’Annunzios Fiume-Experiment,
das Imperium Germanicum wiederbeleben will? Einer geheimdienstlichen Organisation, die sich der demokratischen Kontrolle entzieht? Oder Regierungsmitgliedern, die um das höchste Amt im Staat kämpfen? Der Berliner Polizeipräsident Tschapieski, die Journalistin Dagmara Bosch und Kommissar Kowalski tauchen in die Untiefen dieses Falls ein, in dem nicht nur die Zukunft des Staates auf dem Spiel steht.


Stimmen zum Buch

Magdalena Parys im Gespräch mit Joachim Scholl bei Deutschlandfunk Kultur LESART 

Der Prinz ist ein gelungener Thriller, der auf Deutschland aus der Außenperspektive einer Polin blickt. Es ist ein durchaus erfrischender Blick – und ein erschreckender dazu.“ Wolfgang Brylla, Culturmag

„Die Romane der Autorin sind nicht nur in ihrem Geburtsland Polen Bestseller. Mehrmals wurden ihre Thriller von der Realität eingeholt.“ Uwe Sauerwein spaziert für die Berliner Morgenpost mit Magdalena Parys zu den Schauplätzen ihrer Romane in Berlin.

„Magdalena ­Parys bedient sich starker Effekte, betreibt aber letztlich keine Gewaltpornografie mit ihren lapidaren Schnappschüssen von sex, crime & vio­lence, sondern kreiert daraus gleichsam ein eigenes Genre.“ Katharina Granzin, taz am Wochenende

„Chapeau auch für diesen Band!“ – Sylvia Treudl, Buchkultur Nr. 226, Krimi-Spezial

„Mit ihrem eigenwillig rauen, impulsiven Erzählstil führt sie sprunghaft durch eine epische Geschichte, die als dystopischer Thriller zu einer ungewöhnlich eindringlichen Mahnung wird.“ Nils Heuner, kulturnews

„So gut, dass es mitunter erschreckend ist.“ Thomas Oberholthaus, Borromäusverein

„Ein interessanter Ausflug in die polnische Literatur, der sich besonders für politisch interessierte Leserinnen und Leser lohnt.“ Sabine Eckhoff, bibabuch

Der Prinz ist weit mehr als eine leicht zu lesende Spannungslektüre. Die Autorin zwingt uns vor allem durch nüchternen Stil ohne jede künstliche Dramatik, dafür aber durch kontrollierten Aufbau ihrer Geschichte zum konzentrierten Mitdenken.“ Sigismund von Dobschütz, buch.besprechung

„Der Roman ist top-empfehlenswert für Leser, die gerne Thriller im Dunst von Verschwörungstheorien, Neo-Nazis und Geheimdiensten lesen. Fans von Frederick Forsyth werden auch diesen Roman lieben.“ Detlef Knut, Der Krimi und mehr Blog

„Der Roman gibt keine einfachen Antworten, aber er ist spannend, abwechslungsreich, hat Gefühl für seine Figuren, unterhält uns im besten Sinn und zeigt auf einer zweiten Ebene, wie nahe wir uns am gesellschaftlichen Abgrund bewegen. Wer heutzutage wach durch die Welt geht, weiß dass das keine Floskel ist.“ Lena Riess

„Stilistisch setzt Parys weniger auf Tempo und Action, sondern auf einen ruhigen, dichten Aufbau. Die Spannung entsteht vor allem daraus, wie sich nach und nach die Verbindungen zwischen Polizeiarbeit, Journalismus und Geheimdiensten offenbaren.“ Manuela Hahn, Lesenswertes aus dem Bücherhaus

Der Prinz nicht nur klug und gekonnt konstruiert, er liest sich überdies auf geradezu unheimliche Weise wie eine unheilvolle Prophezeiung.“ Yvonne Schauch

„Die Story ist sehr tempo- und ereignisreich. Hier geht es nicht ums Miträtseln, sondern um die Verstrickungen und Bedrohungen.“ Katrin Kirsch, blueten.honigs.buecher


Textauszug

»Das war ein Unfall«, sagte er.
»Ganz sicher.« Paul lachte leise und fügte ernst hinzu: »Unserem Informanten ist es gelungen, in die Strukturen der paramilitärischen Organisation einzudringen, die für die Brandstiftung in der Siedlung und diese Morde verantwortlich ist. Einmal wusste er den Ort, ein andermal den Zeitpunkt. Seit gestern gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Er ist verschwunden. Wir suchen nach ihm, bisher ohne Erfolg. Wir wissen, dass die Organisation einen Anführer besitzt, aber nicht, welches Motiv er hat oder für wen er arbeitet.« Paul holte ein weiteres Foto aus der Ledermappe hervor. »Er wird der Prinz genannt.«
»Sie sollten mir sowas nicht erzählen. Das ist Sache Ihres Nachrichtendienstes.«
»Wir sind jetzt per du«, erinnerte ihn Paul und zündete die nächste Zigarette an. »Die rekrutieren ihre Kämpfer aus dem Militär und der Polizei.«
»Aus der Polizei?!«, unterbrach ihn der Polizeipräsident und beugte sich über die Aufnahme, die Soldaten in Bundeswehruniformen zeigte. »Unmöglich!«


Übersetzer

Lothar Quinkenstein wurde 1967 in Bayreuth geboren. Er studierte Germanistik und Ethnologie in Freiburg im Breisgau und promovierte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, wo er 1999 – 2024 als Literaturwissenschaftler beschäftigt war. Seit 2017 ist er einer der Übersetzer von Olga Tokarczuk. Neben seiner übersetzerischen Arbeit ist er als Schriftsteller tätig. 2024 wurde ihm der Karl-Dedecius-Preis verliehen.

Hans Gregor Njemz wurde in Norddeutschland geboren. Er studierte Französisch, Polnisch und Philosophie und pflegt seine Leidenschaft für Gesang sowie für das Klavier- und Orgelspiel. Nach Aufenthalten in Paris und Polen übersetzt er seit 2011 aus dem Französischen und Polnischen ins Deutsche. Zuletzt u. a. “König Matz der Erste” von Janusz Korczak.


Bislang erschienen

Der Magier
ISBN 978-3-9505744-2-5
Februar 2025