Leitgedanken
Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
POLENTE entstand Ende 2024 in Wien aus der Überzeugung heraus, dass die literarische Landkarte Europas unvollständig ist, solange die Stimmen aus Polen im deutschsprachigen Raum kaum zu hören sind. Dabei ist Polen schon lange kein Randgebiet der europäischen Literatur mehr. Literaturnobelpreisträgerin und PEN International-Vizepräsidentin Olga Tokarczuk, Joanna Bator, Trägerin des Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur 2024, Grażyna Plebanek und Sonia Draga, die europäische Autor:innen- (European Writers’ Council) und Verlegerverbände (Federation Of European Publishers) vorstehen, belegen dies eindrucksvoll. Sie stehen stellvertretend für eine literarische Kraft Polens, die in Europa präsent ist, in unseren Buchhandlungen jedoch bis auf wenige Ausnahmen, einige der genannten gehören dazu, nahezu unsichtbar bleibt. Diese Diskrepanz zwischen institutioneller Relevanz und kultureller Sichtbarkeit markiert eine Lücke. Eine Lücke, die POLENTE schließen soll.
POLENTE versteht sich als Brückenbauer zwischen Polen und dem deutschsprachigen Lesepublikum, zwischen Genre- und Hochliteratur. Wir bringen Literatur, die nicht nur erzählt, sondern denkt. Literatur, die Europa betrachtet und hinterfragt.
Warum Genre? Warum Krimi?
POLENTE wurzelt in einer persönlichen Geschichte. Im Rahmen des Slawistikstudiums erlebte ich während meines CEEPUS-Auslandsjahres (einem multilateralen Austauschprogramm für Mittel- und Osteuropa) an der Universität Krakau vor rund zwanzig Jahren eine Bewegung von Autor:innen, Kritiker:innen und Verlagen, die das Krimigenre neu definierten. Kriminalliteratur wurde nicht länger als bloße Unterhaltung betrachtet, sondern als Spiegel der Geschichte, als Form von Erinnerungspolitik und als moralische Geografie einer Gesellschaft. Daraus entstand im Jahr 2004 der wichtigste polnische Literaturpreis für Kriminalliteratur „Wielki Kaliber” (dt. Großkaliber).
Polnische Spannungsliteratur ist nie nur Genre. Sie ist Gesellschaftsanalyse, historische Auseinandersetzung und philosophisches Nachdenken über Macht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Sie zeigt, wie Geschichten über Verbrechen, Grenzüberschreitungen und menschliche Entscheidungen zu Geschichten über Europa werden. Sie verbindet Unterhaltung mit Haltung, wofür auch POLENTE steht. Denn wir sind überzeugt: Literatur darf Spannung erzeugen und zugleich relevant sein.
Was zeichnet den Verlag aus?
POLENTE setzt nicht auf Masse sondern auf Haltung. Ein kuratiertes Programm vereint Persönlichkeit, Qualität und literarische Orientierung. Wir verstehen Übersetzung nicht als sprachliche Übertragung, sondern als literarische Interpretation. Unsere Bücher sind sorgfältig editiert, gestalterisch anspruchsvoll und verlegerisch klar positioniert. POLENTE publiziert Texte, in denen Unterhaltung und Haltung zusammenfinden. Unsere Bücher sollen intensiv gelesen, breit diskutiert und weitergedacht werden.
POLENTE sieht Literatur als kulturellen Auftrag, als europäische Verbindung und kritische Beobachtung.
Ihr Markus Schnabel

Unsere Partner in Crime
Buchgestaltung:
Silvia Wahrstätter – www.buchgestaltung.at
Presse:
Birgit Böllinger Büro für Text und Literatur – www.birgit-boellinger.com